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Wallfahrtzur Lieben frau von Werthenstein


Die Schweizerprovinz der MSF ist historisch verbunden mit der Gemeinde Werthenstein und dem Marienwallfahrtsort auf dem Hügel über der kleinen Emme (Fluss). In Werthenstein wurde die erste Niederlassung der MSF nach Grave in Holland errichtet .


Der Wallfahrtsort ist im 16. Jahrhundert entstanden. Grund war eine Marienerscheinung. Maria-Werthenstein ist in unseren Tagen wieder ein viel besuchter Ort gläubiger Christen. Es lohnt sich, die Wallfahrtskirche und den kunstvollen Kreuzgang zu besichtigen. Die Wallfahrtskirche ist heute Eigentum des Kantons Luzern, zugleich auch Pfarrkirche der Gemeinde Werthenstein. Hier auf dem Felsenberg befand sich früher das Seminar der Kongregation und in den eigentlichen Gebäulichkeiten der Klosteranlage auch das Provinzialat der MSF.



Das Gnadenbild, die Pieta, ein sog. Vesperbild, wurde während der Reformationszeit 1528, in Fribach vor dem Bildersturm gerettet und nach Werthenstein gebracht. Das halb lebensgrosse, aus spätgotischer Zeit stammende Bild befindet sich auf dem linken Seitenaltar.




Salve, Regina, mater misericordiae. Vita, dulcedo et spes nostra, salve. Ad te clamamus, exsules filii Hevae. Ad te suspiramus, gementes et flentes in hac lacrimarum walle. Eia ergo, advocata nostra, illos tuos misericordes oculos ad nos converte. Et Jesum, benedictum fructum ventris tui, nobis post hoc exsilium ostende. 0 clemens, o pia, o dulcis Virgo Maria.    Sei gegrüßt, o Königin, Mutter der Barmherzigkeit, unser Leben, unsere Wonne und unsere Hoffnung, sei gegrüßt! Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas. Zu dir seufzen wir trauernd und weinend in diesem Tale der Tränen. Wohlan denn, unsere Fürsprecherin, wende deine barmherzigen Augen uns zu und nach diesem Elende zeige uns Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes. 0 gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria.   

Die Klosteranlage Werthenstein

Die heutige Klosteranlage ist die Nachfolgerin einer ersten Pilgerkapelle, die im 16. Jahrhundert auf dem Felsenhügel gebaut worden war. Sie besteht aus der Wallfahrtskirche, dem Klosterbau und dem einzigartigen Kreuzgang (Hallenanlage) in der deutschschweizerischen Renaissance. Die Wallfahrtskirche "Unserer Lieben Frau" ist von Südwesten nach Nordosten gerichtet und steht ungefähr in der Mitte der Anlage. 1608 wurde mit dem heutigen Kirchenbau begonnen und 1616 war der Bau vollendet. Die Gewölbemalereien, 1631 vom Luzerner Hans Jakob Wysshaupt gemalt, stellen eine einzigartige Besonderheit dar.

Im Erdgeschoss des Klosters sind die Refektorien des ehemaligen Franziskanerklosters untergebracht. Sie wurden umgebaut und werden heute als Pfarrsäle benutzt.Von 1850-1920 dienten die beiden Säle als Schulräume des Dorfes Werthenstein.
Im 2. Stock, über der Sakristei, wurde Ende der 70-iger Jahre eine moderne Freihandbibliothek eingerichtet, die Gemeinde- und Schulbibliothek Werthenstein.



Die Gründung des Wallfahrtsortes geht auf eine fromme Legende zurück. Der Luzerner Geschichtsschreiber Renward Zysat erzählt uns, dass ein Mann aus den Niederlanden sich bei Werthenstein mit Goldwaschen beschäftigt habe. Als er sich eines Abends verspätet hatte und seine Herberge nicht mehr erreichen konnte, schickte er sich an, unter einem vorspringenden Felsen zu übernachten.


Als inniger Marienverehrer betete er kniend sein Nachtgebt und empfahl sich dem Schutz der lieben Gottesmutter. Da hörte er auf dem Felsen, wo die Burgruine Werthenstein emporragte, einen wunderlieblichen Engelsgesang und sah einen leuchtenden Glanz von hellen Lichtern Von da an besuchte er stets diesen Ort und hängte an einer Tanne ein papierenes Bild auf, die Krönung Mariens darstellend, und er kam fortan täglich hierher zum Gebet, sodass das Volk ihn den "frommen Bruder" nannte.


In allen Anliegen der Seele und des Leibes pilgerten Scharen hierher und fanden trostvolle Rettung und Erhörung. Der fromme Sinn des Volkes erbaute im selben Jahre unter den Tannen des alten Burgplatzes, umgeben von den Burgruinen, ein kleines Gebetshäuschen, dessen Abbild auf dem Hallenbild Nr. 46 dargestellt ist. Dieses Kapellchen konnte wegen stets zunehmender Wallfahrt, besonders infolge der Heilung des Knaben Balthasar Grüter von Ruswil seinen Zweck nicht lange erfüllen. Schon im Jahre 1520 wurde auf dem gleichen Platz eine grössere Wallfahrtskapelle errichtet

Die Regierung von Luzern hatte gerne die Bewilligung zum Bau erteilt und war eifrig um den Bau dieser Wallfahrtskapelle bemüht, wie Bild l A auf der Kapellbrücke in Luzern kundtut.
Die Bauern führten zum Bau das Holz herbei, die Frauen und die Jugend reichten während dreier Tage aus der 50 Meter tiefer gelegenen Emme die nötigen Steine von Hand zu Hand bis zum Bauplatz hinauf. Ein heiliger Wetteifer hatte alle erfasst.
Am 28. August 1520 wurde dann die marianische Kapelle mit drei Altären vom Weihbischof Melchior aus Konstanz geweiht.

Wallfahrtsgeschichte von Maria Werthenstein

1500 ....Erscheinung der lieben Gottesmutter auf dem Werthenstein. Der Zeuge der Erscheinung ist ein einfacher holländischer Goldwäscher.
1518.....Erste wunderbare Gebetserhörung. Errichtung eines kleinen Gebetshäuschens, das bald ersetzt wird durch eine Kapelle.
1520.....Einweihung der Kapelle durch Weihbischof Melchior von Konstanz.
1528.....Das heutige Gnadenbild wird aus Fribach BE vor den damaligen Bilderstürmern in die Kapelle Werthenstein gerettet. 1606.....Abbruch der zu klein gewordenen Kapelle.
1607.....Grundsteinlegung der Wallfahrtskirche.
1613.....Ungefähre Vollendung der Kirche
1616.....Einweihung der Kirche durch Weihbischof Jakob Mirgel von Konstanz
1625.....In diesem Jahre werden in Werthenstein 40 000 Pilger gezählt.
1630.....Grundsteinlegung des Franziskanerklosters durch den päpstlichen Legaten Graf Scotti.
1636.....Elf Patres der Franziskanerkonventualen beziehen das neuerbaute Kloster Werthenstein.
1636.....In diesem Jahre wird auch die wunderbare Kraft des Gnadenbrünnleins zum ersten Male erwähnt.
1750.....In diesem Jahre wurden in Werthenstein an Pilger über 85 000 Hl. Kommunionen ausgeteilt.
1838 ....Das Kloster wird aufgehoben und die Patres werden vertrieben.
1909.....Kamen die Missionspatres von der Heiligen Familie nach Werthenstein.
1975.....Renovation der gesamten Klosteranlage in drei Etappen.

Der Weg zum Heiligtum ab SBB Werthenstein und SBBWolhusen! Bild anklicken zum Vergrössern!